Host des g'segn?


"...des g'segn? Anderl! Host des g'segn?"
In Anbetracht der Tatsache, daß der hier Angesprochene bis gerade eben in seligem Schlummer gelegen und die Augen daher fest geschlossen hatte, war die Frage ebenso sinnlos wie typisch für seine ihm angetraute Ehefrau.
"Wos?"
"Do... do... do is a Meteor eigschlogn is do." Marianne stand offenbar am Schlafzimmerfenster, ihrem Stammplatz in schlaflosen Stunden. Nicht, daß es hier in dieser ruhigen Ecke irgendetwas zu sehen gegeben hätte - selbst tagsüber herrschte hier die sprichwörtliiche tote Hose, und es war mitten in der Nacht -, aber alte Gewohnheiten legt man schwer ab.
"Spinnst jetzt?" Anderls bessere Hälfte hatte ja manchmal seltsame Ideen, aber diese hier war selbst für sie außergewöhnlich.
"Aba wenn i's da doch sog! Do is wos obe kemma, i glab, des is bei da Halle eigschlogn!"
Wie von der Tarantel gestochen schoß Anderls rechtes Augenlied mehrere Millimeter empor. Die Halle? Das konnte zweierlei bedeuten:
Die Bräuwastlhalle im Dorf, die aber Marianne unmöglich von hier aus sehen konnte (und die ihm persönlich auch nicht wirklich gefehlt hätte), oder die Eishalle, quasi seine zweite Heimat als Eishackler-Fan. Und diese war von ihrem Schlafzimmerfenster aus tatsächlich beinahe zu sehen.
Ächzend wuchtete Anderl seine Beine über die Bettkante und stand auf. Er stellte sich neben seine Frau, die an vermuteter Position aufgeregt von einem Bein auf's andere trat und sich bedrohlich weit aus dem trotz der beinahe winterlichen Kälte geöffneten Fenster lehnte.
"Geh amoi weg, Oide!" Anderl packte sie bei den Hüften und schob sie aus dem Weg. So weit wie möglich lehnte er selbst sich nun aus dem Fenster und versuchte wider besseres Wissen einen Blick auf die Eishalle zu werfen. Aus rein geometrischen Gründen war dies unmöglich, aber er konnte Teile des Freibades sehen, auf denen offenbar keinerlei Feuerschein oder ähnliches leuchtete. Ein Meteor, der in die Halle einschlug, hätte doch sicher einigen Lärm und darüber hinaus ein Feuer verursacht, das die ganze Umgebung erleuchtet hätte. Seine Diagnose schien sich zu bestätigen.
"Du spinnst." Er schlurfte zurück ins Bett, drehte sich auf die Seite und versuchte weiterzuschlafen. Das Lamentieren seiner Frau über seine Sturheit und seine unhöfliche Art, die vor vierzig Jahren doch noch eine ganz andere gewesen war, konnte er dank jahrzehntelanger Übung problemlos aus seiner Wahrnehmung ausblenden. Die Sorge jedoch, ob der Halle nicht doch etwas passiert war, nagte beständig an ihm und ließ ihn selbst dann noch keinen Schlaf finden, als seine Gattin längst wieder neben ihm schlummerte und dabei sägte, als wolle sie in einer einzigen Nacht den ganzen Hohen Peißenberg entwalden.

Endlich wollte sich der ersehnte Schlaf einstellen, da ertönte ein lauter Knall vom inzwischen geschlossenen Fenster her. Anderl schreckte hoch, war diesmal bedeutend schneller am Fenster und öffnete es. Gerade noch rechtzeitig wich er dem nächsten Stein aus, den Martin auf die Scheibe gezielt hatte.
"Sog amoi, bist du narrisch oda wos?"
Martin war ebenfalls ein Fan der Eishackler, allerdings gute dreißig Jahre jünger als Anderl, der immerhin schon die Siebziger-Marke geknackt hatte. Ein Mords Drum Kerl, so klug wie seine Mutter und ebenso gutaussehend, aber doch wenigstens ein guter Kerl.
"Kim obe!" Martin fuchtelte aufgeregt mit den Armen. "Des muaßt da oschaugn!"
Anderl überlegte kurz, ob er den Puck mit Autogrammen holen sollte, den er letztes Jahr als treuer Fan vom Team geschenkt bekommen hatte, wog die Chancen des Pucks ab, wenn er mit Martins dickem Schädel kollidierte und entschied sich, dem guten Stück diese Qual zu ersparen. Eingedenk des Vorfalls, den Marianne angeblich beobachtet hatte, mochte Martin womöglich wirklich etwas interessantes zu berichten haben.
Fünf Minuten später stand Anderl neben dem Jüngeren auf der Straße, passend für Jahres- und Tageszeit in eine dicke Jacke gehüllt. Die vorher noch so schlaflose Marianne hatte den ganzen Radau und seinen Aufbruch vollkommen verpennt.
"Wos is'n los? Wos schmeißt ma denn hoibad as Fensta ei, du Hirsch?"
Martin packte ihn am Ärmel und zog ihn mit sich in Richtung Eishalle. "Des sigst na scho. Kimm!"
Auf den zwei Minuten Fußweg ließ sich Martin zumindest die Information entlocken, daß er mit einigen Mitgliedern des Eishockey-Teams nach deren Training noch einen Besuch in der Kegelbahn gemacht hatte. Diese, mit angeschlossener Wirtschaft, lag zu Anderls Freude in nächster Nachbarschaft der Eishalle wie auch seines eigenen Heimes. Um Mitternacht schloß das Restaurant, die Spieler und ihr treuer Fan Martin waren Richtung Heimat aufgebrochen und hatten, als sie gerade an der Rigi Rutsch'n, dem Freizeitbad gleich neben der Eishalle, vorbeikamen, ein äußerst ungewöhnliches Ereignis beobachtet, über dessen Einzelheiten Martin sich jedoch beharrlich ausschwieg. Zu Anderls großer Erleichterung nahm er ihm jedoch die Sorge um die Halle, die habe mit der ganzen Sache gar nichts zu tun.
Die Tür der Rigi Rutsch'n war verschlossen, aber einige Spieler warteten schon, um dem Älteren über den zwei Meter hohen Zaun zu helfen. Bedachte man Anderls imposante Wampe, war dies ein mehr als respektabler Kraftakt. Über den kleinen Kinderspielplatz marschierte er einigen aufgeregten Teammitgliedern hinterher zum Schwimmerbecken.

"Ja leck!"
Was Anderl zu diesem Kommentar veranlaßte, war ein mehrere Meter durchmessendes,  kuppelförmiges Gebilde, das mitten im Schwimmerbecken trieb. Offenbar war es mit einiger Wucht dort hineingefallen, denn ringsum war der Boden mehrere Meter weit patschnaß.
Das Gebilde war grau - ein seltsames, geradezu unnatürliches Grau - und von vielen kleinen, wiederum kuppelförmigen Fenstern bedeckt, durch die man allerdings nicht viel mehr als ein paar verschwommene Gestalten erkennen konnte, die offenbar ebenso mißtrauisch zu den Umstehenden herausschauten wie die Sportler und ihre Fans zu ihnen hinein.
Während sich beide Seiten noch so anstarrten, begann das Gebilde zu wackeln und Luftblasen stiegen unter ihm hervor an die Oberfläche. Kurz darauf sah man eine Gestalt mit ungelenken Bewegungen am Boden des Beckens entlangtapsen, schließlich die Leiter erreichen und emporklettern. Zuerst tauchte eine Art Käseglocke auf, die offenbar so etwas wie einen Helm darstellte, denn darin steckte ein Kopf, der sich ihnen zuwandte und sie ansah.
Anderl verzog angewidert das Gesicht..
"Naa, oder? Ned der, bitte!"
Die Gestalt erklomm den Beckenrand und nahm den Helm ab.
"Commander McLane vom schnellen Raumkreuzer Orion. Guten Abend die Herrschaften."

Die Jüngeren hatten sich noch längst nicht von ihrem Schock erholt, da trat Anderl dem Besucher schon entgegen.
"Da scheene Dieter, do schaug o!"
"Wie bitte? Ich glaube, ich verstehe sie nicht. Mein Name ist Cliff Allister McLane, nicht Dieter."
Anderl wollte dem Schauspieler gerade wütend über's Maul fahren, daß er sich doch diese dumme Komödie sparen solle, da fiel ihm etwas interessantes auf. Im selben Moment entdeckte auch Martin das Phänomen, eine klare Glanzleistung für seine Verhältnisse. Er rückte zu Anderl auf, stieß ihm den Ellenbogen in die Seite und raunte: "Du, der schaugt oba ned guat aus, so farblos, moanst ned?"
"Des paßt scho, de san aus de Sechzger, do ham's no ois in Schwarz-Weiß dreht."
Martin sah nicht gerade erleuchtet aus, traute sich aber nicht, weiter nachzubohren.
Commander McLane räusperte er sich.
"Was immer die Herren auch meinen. Sehen sie, wir sind durch ein seltsames Phänomen im erdnahen Raum hierher gelangt, unser Antrieb versagte und der Steuercomputer der Lancet hat uns aus unerfindlichen Gründen hierher gebracht. Fast wären wir auf dem Hügel da drüben aufgeschlagen, aber Hasso konnte zum Glück noch dieses Wasserbecken hier ansteuern und uns in einem Stück runterbringen."
Martin bekam große Augen. "Wos? Hasso? De lass'n des Schifferl von am Hund fliagn?"
"Ah geh, du Hiasl!" Anderl scheuchte ihn davon. Ihm war klar, warum das kleine Beiboot hier runtergekommen war. Schließlich waren viele Szenen der Serie damals genau auf besagtem Hügel, der Bergehalde, gedreht worden. Und - wie immer das auch geschehen sein mochte - hier hatte er es nun mit den Figuren der Serie zu tun; nicht den Schauspielern, sondern den Rollen, die sie verkörpert hatten.
"Ja... und jetzt?"
"Wir müssen schleunigst zurück zur Orion, aber wir können so nicht starten. Ob sie und ihre Freunde uns vielleicht behilflich sein könnten?"
Anderl erinnerte sich noch zu gut an den Zirkus, den es damals gegeben hatte. Dietmar Schönherr war im Ort und alle Frauen drehten durch. Natürlich würde er helfen, je schneller dieser Weiberschwarm wieder verschwand, desto besser.
"Buam, packt's o!"

Zehn Minuten später stand das Beiboot mit seinen Landestützen auf dem Trockenen, umringt von einer Gruppe völlig durchnäßter, zitternder Eishockeyspieler.
Anderl sinnierte derweil darüber nach, warum er damals eigentlich alle sieben Folgen gesehen hatte. Er haßte diesen Schönling, der den Kommandanten gab, er konnte absolut nichts mit Weltraum und Science Fiction anfangen - den Ausdruck kannte er damals noch nicht mal - und im übrigen ... fiel ihm gerade wieder ein, warum er die Serie damals verschlungen hatte.
"Lieutnant Tamara Jagellovsk, guten Abend. Sie können uns also helfen?"
Anderl verschlug es die Sprache. Eva Pflug! Die wunderbare Eva Pflug! Letzten August war sie gestorben, doch hier stand sie vor ihm, so lebendig, so nah, so wunderschön wie damals und so ... so ... so grau. Irgendwie.
"Ah... ja.... ja scho." Endlich gehorchte ihm seine Zunge wieder. "Logisch, der berühmten Orion-Besatzung hoifn ma natürlich gern. Oba... wia?"
"Das erklärt ihnen am besten unser Bordingenieur. Commander?"
McLane drehte sich zum Schiff um. "Hasso!"
Einige der Spieler wollten schon reißaus nehmen, ehe sie erkannten, daß der vermeintlich scharfe Hund, den man auf sie hetzen wollte, nur ein ziemlich großer Kerl war, der nun aus der Bodenluke geklettert kam.
"Cliff? Was gibt's?"
"Hasso, erkläre..." McLane sah sich verwundert um, als aus den Reihen der jungen Männer unterdrücktes Kichern zu hören war. Er schüttelte verständnislos den Kopf und wandte sich wieder seinem Ingenieur zu.
"Hasso, ..." Nun gut, er würde diese Albernheit einfach ignorieren.
"Hasso, .... Herrgott noch mal!" Wütend fuhr er herum. "Was gibt's denn da zu kichern?"
Ein gequetschtes "Nix" war das letzte, was vor dem Ausbruch brüllenden Gelächters noch zu hören war.
McLane packte Hasso und Anderl am Arm und zog sie ein Stück weg. "Sind die immer so lustig?" fragte er Anderl.
"Naa! De hom bloß heit a wegn gfeiert und a Glasl zvui drunga, des is ois. Oiso, wos mach ma?"
Hasso versuchte Anderl die Lage zu erklären. Sie konnten aus eigener Kraft nicht starten, so viel war klar. Warum? Nun ... weil ... na, es ging eben nicht.
Man muß Hasso Sigbjörnson an dieser Stelle etwas zu Gute halten: Er konnte nichts dafür. Hatte man Scotty, LaForge und O'Brien profundes Wissen über Antimaterie-Injektoren, Phasenkonverter und allerlei andere faszinierende Technik mitgegeben, mit dem sie jeden Zuhörer totschwätzen konnten, so hatten die Autoren der Orion-Drehbücher solche Details leider weitgehend ausgelassen. Stattdessen mußte die arme Besatzung mit Bleistiftspitzern, Duschköpfen und Bügeleisen fliegen. So blieb Hasso eine ausführliche Erläuterung des Problems leider schuldig, was ihm sichtliches Unbehagen bereitete.
"Ja, oba, wenn's ihr jetzt ned vo alloa hochkemmts, wie kenna dann mia hoifn?" Die Frage war berechtigt und zum Glück hatte Hasso hierauf auch wieder eine Antwort. So war schließlich seine Rolle ausgelegt, er mußte wissen was zu tun war. Nur eben nicht, warum...
"Also, wenn sie uns ... sozusagen ... einen kleinen Schubs geben könnten? Wir brauchen nur einen ganz kurzen, aber kräftigen Schub von unten, dann springen die Maschinen wieder an und den Rest schaffen wir dann alleine."
Anderl kratze sich nachdenklich den Bauch. "An Schubs, ja?" Wie dachten die sich das? Das ganze Team hebt die Lancet hoch und dann wird das Ding mal kräftig in die Luft geworfen?
"Wia stark soi denn der Schubs sei?"
Mit Kilo- oder Meganewton konnte Hasso nicht dienen, und Anderl hätte auch nicht viel damit anfangen können. Stattdessen wurde die gewünschte Stärke in allgemeinsprachlichen Einheiten angegeben: "Ziemlich?"
"Aha." Jetzt war alles klar. "Ja... i hätt do scho wos, oba, des war a weng arg stark." Anderl hatte gewaltige Bedenken, daß so ein billiges Filmrequisit seiner Idee standhalten würde. Andererseits... Die Lancet war mit ziemlicher Wucht in das Wasserbecken gestürzt, ohne Schaden zu nehmen. Wenn man also...
Er gab ein paar Anweisungen, schnappte sich Martin und Hasso, die ihm erst über den Zaun und dann tragen helfen sollten, und stiefelte strammen Schrittes Richtung Heimat.

Während Anderl und seine Begleiter das benötigte Material holten, schleppten die restlichen Männer unter dem gestrengen Blick von Frau Lieutnant Jagellovsk die Lancet mehrere Meter weit (und ganz nebenbei auch eine Treppe hinauf) zum Springerbecken.
Kaum war das geschafft, tauchten auch schon Anderl & Co wieder auf. Sie schleppten mehrere Tüten und Taschen aus denen teils Kabel ragten.
Schnaufend stellte Hasso seine Last ab. Er und Martin hatten die schweren Stücke geschleppt, während Anderl eine Rolle Draht locker geschultert trug. "Sagen sie mal, wie kommen sie zu dem Zeug?"
Anderl grinste breit. "Naja, i war amoi Sprengmoaschta beim Bund, und do zweigt a jeds amoi wos ab."
"Was abzweigen ist gut, das ist doch sicher ein Zentner."
Genau genommen waren es 54 Kilogramm feinstes TNT, dazu etliche Meter Sprengschnur. Anderl hatte ja schließlich bis zu seiner Pensionierung den Dienstgrad eines Hauptfeldwebels innegehabt, da konnte er schon mal was verschwinden lassen.
"Sog amoi..." Martin betrachtete den Sprengstoff mit sichtlichem Unbehagen. "Host du koa Angscht, des Klump im Keller z'ham?"
Anderl lachte. "Ah Schmarrn. Mit TNT konnst Kaffee kocha. Daß des Bumm macht, da braucht's scho a Sprengkapsl. So wia de do." und er hielt eine Handvoll davon in die Höhe.
"Oiso Buam, nur koa Angscht, auf geht's!"

Etwa eine halbe Stunde später war das gesamte TNT am Boden des Springerbeckens verteilt. Bei seiner Explosion würde das Wasser die Druckwelle gleichmäßig auf den Boden der obenauf schwimmenden Lancet verteilen und ihr damit den gewünschten Anschub geben. Das Becken war nicht zu groß, das würde den Druck konzentrieren, und der Sprungturm mußte eben elegant umschifft werden. So lautete zumindest der Plan.
Anderl drückte Hasso das Ende der Zündkabel in die Hand. Der würde die Explosion vom Inneren der Lancet aus zünden, um Anderl und den Eishacklern genug Zeit zu geben, sich weit genug vom Schauplatz zu entfernen. Schließlich sollten sie keinen Ärger mit der Polizei bekommen.
Ein letzter, wehmütiger Blick auf Eva Pflug, dann machte sich Anderl mit den Seinen vom Acker.
"Du, sog amoi, macht des eigentlich ned des Beckn hi?" Martin war ein echter Schnelldenker.
"Jo mei. Seit Jahr und Tag redn's davo, daß des Bad im Winter zug'macht werd'n soi. Jetzt ham's an Grund." Anderl lachte lauthals und stapfte nach Hause.

Daheim angekommen beeilte er sich, ans Schlafzimmerfenster zu kommen und das Schwimmbad zu beobachten. Seine Gattin lag im Bett und sägte inzwischen schon mindestens den zehnten Ster Holz.
Gerade rechtzeitig. Zu sehen war nicht viel von hier aus, nur ein dumpfer Schlag drang durch den Boden, und dann entfernte sich ein kleiner Lichtpunkt schnell gen Himmel.
"Anderl! Host des g'hert?" Nanu, Marianne war ja doch zu wecken?
"Wos?"
"Do... do... do is doch ebbas explodiert!"
Anderl schloß das Fenster und begann sich auszuziehen. "Geh, spinn ned! Schlaf weida!"

Am Rande eines halb leeren und ziemlich demolierten Beckens standen zwei Figuren in schwarzen Anzügen, die selbst mitten in der Nacht Sonnenbrillen trugen, und sahen ausgesprochen sauer aus.
Das Raumschiff war ihnen buchstäblich vor der Nase weggeflogen, die Wasserfontaine der Explosion hatte sie bis auf die Haut durchnäßt, und es gab nicht mal jemanden zum Blitzdingsen.
Die Agenten J und K stiegen wieder in Ihr Auto und nahmen Kurs auf einen anderen, kleinen Riß zwischen den Kontinuen der Realität und der Phantasie. Sie mußten zurück in die Zentrale der Men in Black, in der seit dem Auftreten des Phänomens das Chaos tobte. Irgendwie mußten sie den Schaden reparieren und dabei durfte möglichst nicht rauskommen, daß sie schuld an der Situation waren.
K sah J tadelnd von der Seite an. "Ich hab dir gleich gesagt, Kleiner, laß die Finger von dem Kontinuumknacker! Das gibt mächtigen Ärger."

Diese Geschichte entstand im Rahmen einer Schreibwekstatt mit Nicola Förg. Wir sollten folgende vier Begriffe in der Geschichte unterbringen:

Rigi Rutsch'n, Eishackler, Sprengmeister, Raumschiff Orion

Hat Spaß gemacht! :-)

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© Sascha Raubal, November 2009